Antisemitismus auf dem Vormarsch – in Frankreich, in ganz Europa und auch bei uns

War der Überfall auf den koscheren Supermarkt in Paris im Januar 2015 ein Zufall? Oder erleben wir in Frankreich die häufigsten antisemitischen Übergriffe in Europa? In Europa sterben wieder Menschen, weil sie Juden sind.
7000 französische Juden wanderten 2014 nach Israel aus. In diesem Jahr kommen 15.000 weitere Auswanderer hinzu. Warum ist das so?
Wie stark ist der Antisemitismus in Frankreich?
Vorurteile und Ressentiments gegen Juden ist kein Randgruppen-Phänomen. Antisemitismus kommt immer mehr au der Mitte der Gesellschaft. Trotz Erinnerungskultur und Auschwitz – erleben wir ein Erstarken des Antisemitismus, auch bei uns. Aufarbeitung der NS-Verbrechung ist immer noch eine Sache der politischen Elite. In der Regel wird in den ganz normalen Familien nicht nach der Verantwortung des Vaters und des Großvaters gefragt. Brennende Synagogen in allen deutschen Städten, Juden, die in der Nachbarschaft von der Gestapo abgeholt wurden, geschändete Geschäft von Juden – all das haben unsere Väter und Großväter gesehen und gewußt. Diese gewöhnliche und alltägliche Brutalität hat es gegeben – lange vor Auschwitz. Es gab in Nazideutschland keine „Zuschauer der Judenverfolgung“. Man hat sie jeden Tag im Dritten Reiche sehen und miterleben können. Auch heute gibt es keine „Zuschauer“ bei Attacken gegen jüdische Rabbis, Überfälle auf jüdische Schulen oder Supermärkte.
Auschwitz und der ganz gewöhnliche Antisemitismus heute
Auschwitz ist nicht über das Judentum zu verstehen, sondern über die Väter und Großväter. Auschwitz war möglich, weil man die Brutalität gegen Juden gesellschaftlich legitimierte, in der Gesellschaft und in fast allen Familien.
Antisemitismus gibt es seit 2000 Jahren. Aber Auschwitz ist eine deutsche Erfindung – die industrielle Vernichtung der Juden. Auschwitz ist der brutalst vorstellbare Endpunkt der Judenausrottung. Aber die ist noch lange nicht zu Ende. Auch heute sterben immer noch Menschen, weil sie Juden sind, in Europa, in Israel, überall auf der Welt.
10 bis 20% sind antisemitisch eingestellt, so eine Europaweite Studie.
Jeder 5. Jugendliche unter 30 Jahren, so eine Forsa-Umfrage im Auftrag des deutschen Bundestages, kennt Auschwitz nicht oder weiß nichts mit dem Begriff Holocaust anzufangen.
Eine neue Plattform für den Antisemitismus ist das Internet. Im Schutz der Anonymität tummelt sich immer mehr offene und verdeckte „Judenhasser“ im Netz.
Heute, 70 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz und Endes des II.WK ist die zentrale und  wichtigste Frag: Wie können wir in Zukunft die Erinnerung wach halten? Was kann man tun im Kampf gegen das Vergessen, gegen neuen offenen und versteckten Antisemitismus?
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2 Gedanken zu “Antisemitismus auf dem Vormarsch – in Frankreich, in ganz Europa und auch bei uns

  1. Gerade habe ich auf Youtube eine Rede von Herrn Handelsmann – dem israelischen Botschafter gehört und
    er sagt, daß er täglich mindestens 20 Droh- und Schmähbriefe bekommt, zum Teil auch unter der Gürtellinie.
    Er las ein paar vor, einfach ekelhaft. Zum Schluß sagt er, daß EUROPA aufpassen müsse und das
    kann ich auch nur bestätigen.
    Unsere Aufgabe als Christen ist es, Israel mit in unseren Gemeinden, Predigten und GEBETEN einzubeziehen.
    Es wird Zeit und wir können uns unter dieser Schuld nur beugen- aber aufstehen und Israel –
    so weit es in unseren Möglichenkeiten liegt, vor der sichtbaren udn unsichtbaren Welt bezeugen und verteidigen.
    Liebe Günter– herzliche Grüße und Shalom nach Berlin
    Sigrid Wagner

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  2. Judenhasser entstehen nicht allein durch Informationsdefizite. Öffentlich gibt es ja einige Veranstaltungen, die uns an den Holocaust oder Auschwitz erinnern. Vielleicht kann man dem in den Lehrplänen noch mehr Gewicht beimessen.
    Aber entscheidend wird sein, wie gehen wir, die wir wissen, was geschehen ist, mit diesem Wissen um?
    Desinformationen richtig stellen ist eine Sache, die nie aufhören darf.
    Aber das was geschehen ist, hat eine geistliche Wurzel. Gott liebt sein Volk und hat es erwählt, dass von ihm Gottes Segen für alle Welt ausgeht. Eigentlich ist beides real schon ein Stück sichtbar.
    Aber wo Gott abgelehnt wird, wird auch Israel abgelehnt und gehasst. Die Intensität unserer Liebe zu Gott spiegelt sich auch in der Liebe zu Israel wider. Wenn wir Gott lieben, lieben wir auch Israel, im Gebet und in praktischen Werken. Das stützt und ermutigt Israel. Aber wenn wir Israel wirklich helfen wollen, müssen wir die einzig nachhaltig wirksame Waffe einsetzen, die Feindesliebe.
    Und die Bibel ermutigt uns dazu, denn auf das Drängen Abrahams, hat Gott auch Ismael gesegnet und ihm Wasser gegeben, als er am Verdursten war. Dies Wasser aus einem Brunnen ist heute das Wasser des Lebens, das Gott immer mehr Moslems nach Visionen schenkt.
    Darum ist es wichtig, dass die Christen, Gott mehr Möglichkeit geben, seine Liebe auch den Feinden der Juden und Israels zu zeigen, dadurch dass sie hören und bereit sind hier Gottes Willen umzusetzen. Und er wird seinen Segen nicht zurückhalten.

    Gerhard Tebbe

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